Eine Präsentation zum Content-Audit sollte Menschen dabei helfen, über bestehende Inhalte zu entscheiden. Eine Tabelle mit Seitenaufrufen ist ein Ausgangspunkt, aber noch keine Präsentation. Bringen Sie eine überschaubare Auswahl vorgeschlagener Maßnahmen mit, begründen Sie jede davon und benennen Sie die offenen Entscheidungen, für die jemand Verantwortung übernehmen muss.
Beginnen Sie mit den Wahlmöglichkeiten des Publikums: hilfreiche Inhalte behalten, eine konkrete Schwäche beheben, tatsächlich überlappende Inhalte zusammenführen, nicht mehr benötigte Angebote stilllegen oder bei unvollständiger Beweislage weiter untersuchen. Das sind redaktionelle Entscheidungen, keine automatischen Folgen eines Schwellenwerts für Seitenaufrufe. Sobald Sie die Ergebnisse gruppiert und Maßnahmen formuliert haben, können Sie mit Presenti einen Entwurf für die Marketingpräsentation erstellen. Das ersetzt weder das Erheben noch das Interpretieren der Audit-Daten.
Geben Sie dem Audit eine Frage und einen klaren Rahmen
„Wir haben unsere Inhalte geprüft“ ist als Rahmen für eine Besprechung zu allgemein. „Welche Onboarding-Inhalte sollten wir vor der nächsten Produktversion verbessern?“ benennt dagegen eine Entscheidung, einen abgegrenzten Bestand und einen Anlass zum Handeln.
Zeigen Sie den Umfang gleich zu Beginn: welche Inhalte einbezogen wurden, welche Sprachen oder Kanäle ausgeschlossen sind, welchen Zeitraum die Beobachtungen abdecken und welche geschäftliche Aufgabe die Inhalte unterstützen. Ein Blog, Vertriebsunterlagen und ein Hilfezentrum brauchen unterschiedliche Erfolgskriterien.
Im folgenden Beispiel prüft ein fiktives Team vor einer Produktveröffentlichung sechs Inventareinträge mit insgesamt sieben Onboarding-Inhalten. Der zur Zusammenführung vorgeschlagene Eintrag umfasst zwei Artikel. Das Team möchte wissen, ob Kunden die richtigen Einrichtungsanleitungen finden und ihre erste Aufgabe erledigen können. Es hat weder die gesamte Website geprüft noch eine Steigerung der Konversion gemessen.
Machen Sie aus dem Bestand sechs begründbare Entscheidungen
Das Beispiel verbindet bewusst eindeutige Befunde mit unvollständigen Informationen. Es zeigt, wie konkret eine Empfehlung begründet werden sollte. Die Tabelle beschreibt keine realen Presenti-Inhalte oder gemessenen Kundenergebnisse.
| Inhalt | Beobachteter Mangel oder Nutzen | Vorgeschlagene Maßnahme | Voraussetzung für die Maßnahme |
|---|---|---|---|
| Anleitung zum Einrichten des ersten Projekts | Die Schritte passen weiterhin zum Produkt; das Supportteam nutzt die Anleitung für wiederkehrende Einrichtungsfragen | Behalten | Bestätigen, dass die kommende Version die Schritte nicht verändert |
| Anleitung zum Einladen in einen Arbeitsbereich | Der Screenshot zeigt eine inzwischen verschobene Schaltfläche; die beschriebenen Einladungsschritte sind weiterhin hilfreich | Aktualisieren | Die aktuelle Oberfläche aufnehmen und den betroffenen Schritt überarbeiten |
| Zwei Artikel zur Wahl einer Rolle im Arbeitsbereich | Beide beantworten dieselbe Einstiegsfrage; einer enthält eine wichtige Ausnahme, die im anderen fehlt | Zusammenführung vorschlagen | Ausnahme erhalten, Zielseite auswählen und den Umgang mit Links planen |
| Anmeldeseite für eine Produkteinführungsveranstaltung | Die Veranstaltung ist vorbei; eine Anmeldung ist nicht mehr möglich | Das Anmeldeangebot beenden | Entscheiden, ob Besucher weiterhin eine Aufzeichnung, Zusammenfassung oder Archivinformation benötigen |
| Fehlerhilfe zum CSV-Import | Wenige Besuche wurden erfasst, aber während eines Teils des Beobachtungszeitraums fehlte das Analytics-Tag | Weiter untersuchen | Die Messlücke klären und die Nutzung durch den Support prüfen |
| Referenz für fortgeschrittene Administration | Wenige Besucher nutzen sie, doch sie erfüllt eine spezielle Aufgabe, die keine andere Seite abdeckt | Behalten | Die technische Richtigkeit mit der produktverantwortlichen Person bestätigen |
Die erste Folie nach dem Prüfungsumfang kann diese Entscheidungen bündeln: Zwei Inhalte bleiben, einer braucht eine gezielte Aktualisierung, ein Artikelpaar eine Entscheidung zur Zusammenführung, ein abgelaufenes Angebot ein klares Ziel und ein Inhalt weitere Belege. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass die gesamte Inhaltsbibliothek in gutem Zustand ist.
Halten Sie das vollständige Inventar für Rückfragen bereit. Die Hauptpräsentation sollte es ermöglichen, eine Empfehlung zu hinterfragen, ohne Dutzende winziger Tabellenzeilen lesen zu müssen.
Bewerten Sie unterschiedliche Inhaltsaufgaben mit passenden Belegen
Besuchszahlen sind hilfreich, wenn ein Inhalt Menschen auf die Website bringen soll. Sie sind weniger aussagekräftig, wenn er eine seltene technische Frage beantwortet, ein Verkaufsgespräch unterstützt oder bestehenden Kunden bei einer Aufgabe hilft. Notieren Sie zuerst die Aufgabe des Inhalts, bevor Sie seine Leistung beurteilen.
- Inhalte zur Auffindbarkeit: Prüfen Sie die passende Zielgruppe, Suchanfragen oder Einstiegswege, soweit diese verfügbar sind, sowie den Weg zum vorgesehenen nächsten Schritt.
- Handlungsanleitungen: Prüfen Sie die Richtigkeit und Vollständigkeit der Schritte und fragen Sie, welche Supportfragen nach dem Lesen weiterhin auftreten.
- Vertriebsunterlagen: Prüfen Sie, ob Zielgruppe und Aussagen noch aktuell sind und ob das Material das Gespräch unterstützt, für das es gedacht ist.
- Referenzinhalte: Prüfen Sie Richtigkeit, Auffindbarkeit und die Frage, ob eine andere gepflegte Quelle dieselbe Aufgabe bereits erfüllt.
Schreiben Sie den Beobachtungszeitraum neben jede Kennzahl. Eine gerade veröffentlichte und eine seit Langem bestehende Seite hatten nicht dieselben Chancen auf Besuche, nur weil beide im gleichen Bericht erscheinen. Kennzeichnen Sie nicht verfügbare Messwerte als nicht verfügbar, nicht als null.
Für die CSV-Anleitung lautet der entscheidende Satz: „Wir können geringe Nachfrage noch nicht von fehlender Messung unterscheiden.“ Eine Folie mit dem Titel „Schwach genutzte Seiten löschen“ würde diese Unsicherheit verbergen und die Runde zu einer unbegründeten Entscheidung drängen.
Machen Sie eine vorgeschlagene Aktualisierung konkret
Zeigen Sie für die Einladungsanleitung den vorhandenen Screenshot neben einer aktuellen Aufnahme derselben Aufgabe. Markieren Sie die veränderte Position der Schaltfläche und zeigen Sie anschließend die neue Anweisung. Der übrige Teil der Anleitung kann bleiben, sofern er weiterhin stimmt.
Die alte Anweisung könnte beispielsweise lauten: „Wählen Sie oberhalb der Mitgliederliste Einladen“, während die Aktion in der aktuellen Oberfläche innerhalb eines Menüs liegt. Benennen Sie in der neuen Fassung das tatsächlich überprüfte Menü und die Aktion Ihres Produkts, statt deren Namen zu erraten. Die Reparatur bleibt begrenzt: veraltetes Bild austauschen, betroffenen Schritt ändern und den Einladungsweg erneut prüfen.
Diese Folie vermittelt mehr als ein großes Etikett „Aktualisierung nötig“, weil die Beteiligten sowohl den Fehler als auch den Lösungsvorschlag sehen. Sie verhindert außerdem, dass eine kleine Korrektur zu einer unnötigen Neufassung wird, bei der hilfreiche Erklärungen oder Screenshots verloren gehen.
Behandeln Sie eine Zusammenführung als Entscheidung über Inhalt und Navigation
Zwei Seiten mit ähnlichen Titeln sind nicht automatisch Duplikate. Vergleichen Sie Aufgabe, Voraussetzungen, Beispiele und Ausnahmen. Beim fiktiven Artikelpaar zur Rollenwahl muss die wichtige Ausnahme auf der Zielseite erhalten bleiben, bevor eine der ursprünglichen Seiten stillgelegt wird.
Zeigen Sie in der Besprechung vier Dinge: die vorgeschlagene Zielseite, die übernommenen Informationen aus beiden Quellen, die betroffenen Einstiegswege und die Person, die das Ergebnis prüft. Stellen Sie „Zusammenführen“ nicht als Aufräumaktion mit einem einzigen Klick dar.
Für Websites erläutert Googles Anleitung zur Kanonisierung von URLs (englisch), wie sich für doppelte oder sehr ähnliche Seiten eine bevorzugte URL signalisieren lässt. Ein Canonical-Tag ersetzt nicht die Entscheidung, ob die Seiten tatsächlich demselben Zweck dienen. Weiterleitungen, Kanonisierung, Linkänderungen und Löschungen haben unterschiedliche Auswirkungen und benötigen einen passenden technischen Plan.
Die abgelaufene Veranstaltungsseite erfordert eine andere Entscheidung. Gibt es eine hilfreiche Aufzeichnung oder Zusammenfassung, kann ein Archiv weiterhin sinnvoll sein. Hat die Seite keinen verbleibenden Zweck, dokumentieren Sie, was mit bestehenden Links geschieht. Leiten Sie thematisch unpassende alte Inhalte nicht auf eine allgemeine Startseite um, nur damit jede URL einen erfolgreichen Status zurückgibt.
Priorisieren Sie das Problem der Leser vor der Menge an Besuchen
Im Beispiel ist die fehlerhafte Einladungsanweisung ein guter erster Schritt: Die Aufgabe ist für das Onboarding wichtig, der Mangel ist eindeutig und die Reparatur überschaubar. Die Zusammenführung der Rollenartikel kann ebenfalls wertvoll sein, benötigt aber Einigkeit über Zielseite und Erhalt der Ausnahme. Die CSV-Anleitung sollte nicht stillgelegt werden, solange die Messfrage offen ist.
Nutzen Sie eine kurze Entscheidungsliste statt einer Punktzahl, die diese Unterschiede verdeckt:
- Sofort beheben: die Einladungsanleitung, weil Leser bei einer aktuellen Aufgabe auf eine überprüfte Abweichung stoßen.
- Vor der Änderung abstimmen: das Rollenartikelpaar und das Ziel der Veranstaltungsseite, weil andere auf diese Inhalte oder Einstiegswege angewiesen sein können.
- Belege sammeln: die CSV-Anleitung, weil die vorhandenen Daten keine Entscheidung zur Stilllegung tragen.
- Weiter pflegen: die Einrichtungs- und Administrationsanleitungen, weil sie weiterhin unterschiedliche Aufgaben erfüllen.
Steht nur ein begrenztes Veröffentlichungsfenster zur Verfügung, wählen Sie Arbeiten, die das Team abschließen und prüfen kann. Mehrere halbfertige Korrekturen sind nicht zwangsläufig besser als die vollständige Korrektur einer Anweisung, deren Fehler den nächsten Schritt eines Nutzers blockiert.
Bauen Sie die Präsentation entlang des Gesprächs auf
Für diese Besprechung bietet sich folgende Reihenfolge an: Umfang, vorgeschlagene Entscheidungen, Beispiel der Einladungsanleitung, strittige Zusammenführung, Umsetzungsreihenfolge und benötigte Freigaben. Die Folienzahl folgt dem Gespräch; sie ist kein universelles Audit-Format.
Trennen Sie Beobachtungen und Vorschläge auch visuell. „Der Screenshot zeigt ein veraltetes Bedienelement“ ist eine Beobachtung. „Bild austauschen und den Einladungsweg erneut prüfen“ ist ein Vorschlag. „Kunden werden schneller aktiv“ bleibt eine Wirkungshypothese, bis Sie sie messen.
Geben Sie Presenti eine vorbereitete Vorlage mit diesen Unterscheidungen. Fügen Sie das Inventar mit sechs Einträgen, die abgestimmten Aufgabenbeschreibungen und alle ausdrücklich offenen Fragen hinzu. Bitten Sie um einen Präsentationsentwurf, nicht um erfundene Besuchsanalysen oder fingierte Screenshots.
Erstelle eine Präsentation für die Verantwortlichen der Onboarding-Inhalte. Das bereitgestellte Inventar umfasst sechs Einträge mit insgesamt sieben Inhalten und ist ein fiktives Beispiel. Trenne Beobachtungen, Maßnahmenvorschläge und offene Fragen. Hebe den veralteten Screenshot der Einladungsanleitung, den Erhalt der Ausnahme bei der Rollenwahl und die Messlücke der CSV-Anleitung hervor. Erfinde keine Analysedaten, Kundenzitate, Wirkungsschätzungen oder Bedienelemente. Beende die Präsentation mit den Entscheidungen, die die Verantwortlichen treffen müssen.
Berichten Sie Umsetzung und Wirkung getrennt
Halten Sie nach der Besprechung die vereinbarte Maßnahme, verantwortliche Person, Abhängigkeit und Abnahmebedingung fest. Bei der Einladungsanleitung bedeutet Abnahme, dass das neue Bild zur aktuellen Oberfläche passt und eine prüfende Person den überarbeiteten Schritten folgen kann. Bei der Zusammenführung gehören die erhaltene Ausnahme und funktionierende Einstiegswege dazu.
Legen Sie anschließend fest, wie Sie beobachten wollen, ob die Änderung geholfen hat. Eine reparierte Anweisung lässt sich sofort prüfen; Veränderungen bei Supportanfragen oder erfolgreich abgeschlossenen Produktaufgaben brauchen geeignete Messgrößen und einen Vergleichszeitraum. Melden Sie eine aktualisierte Datei nicht als bewiesenes Geschäftsergebnis.
Googles Hinweise zu nutzerorientierten Inhalten (englisch) betonen hilfreiche, vertrauenswürdige Inhalte und warnen davor, Datumsangaben nur für den Eindruck von Aktualität zu ändern. Für die Audit-Präsentation heißt das: Beschreiben Sie, was hilfreicher geworden ist, statt lediglich bearbeitete Seiten zu zählen. Zu Beginn der nächsten Besprechung sollte klar sein, welche Leserprobleme gelöst wurden und welche Entscheidungen weiterhin Belege brauchen.