Eine Forschungspräsentation braucht mehr als eine letzte Folie mit Literaturangaben. Jede wichtige Aussage sollte zu ihrem Beleg führen: zur Quelle, zur konkreten Textstelle oder Tabelle und zu den Grenzen dessen, was sich daraus schließen lässt. Stellen Sie diese Verbindungen her, bevor Sie aus mehreren Dokumenten Folien machen.

Für die Synthese mehrerer Studien zeigt das Beispiel einer Literaturübersicht als Präsentation, wie Sie Methoden vergleichen und thematische Verbindungen herstellen, ohne alle Quellen als gleichwertige Belege zu behandeln.

Die Reihenfolge lautet: Fragestellung → Aussage → Beleg → Quelle → Schlussfolgerung. Sobald diese Struktur steht, können Sie mit Presenti aus einem geprüften Textentwurf eine bearbeitbare Präsentation erstellen. Hier geht es um die Vorarbeit: Wie bleibt eine Argumentation aus mehreren Quellen nachvollziehbar, wenn Sie sie für einen Vortrag kürzen?

Drei Quelldokumente sind über Belegkarten mit einer Forschungsfolie verbunden
Erst die Verbindung zwischen Quelle und Aussage herstellen, dann die Folien gestalten.

Mit einer beantwortbaren Frage beginnen

Angenommen, eine Universitätsbibliothek erwägt längere Öffnungszeiten am Abend. Die Präsentation soll klären: Soll es einen zeitlich begrenzten Versuch geben? Sie muss weder beweisen, dass alle Studierenden längere Öffnungszeiten wünschen, noch dass diese die Studienleistungen verbessern.

Für dieses fiktive Beispiel stehen drei Quellen zur Verfügung: eine freiwillige Studierendenbefragung, abendliche Einlasszahlen und eine Personalkostenschätzung. Die Befragung zeigt, was die Teilnehmenden angegeben haben. Die Einlasszahlen beschreiben die Nutzung während der bisherigen Öffnungszeiten. Die Kostenschätzung betrifft mögliche Ausgaben, kein gemessenes Ergebnis. Auch zusammen bleiben es unterschiedliche Arten von Belegen.

Notieren Sie Forschungsfrage und Entscheidung getrennt. Die Frage ist, ob es genügend Hinweise auf ungedeckten Bedarf gibt. Die Entscheidung lautet, ob ein Versuch genehmigt werden soll. So ist eine sinnvolle Empfehlung möglich, ohne bereits dauerhafte Öffnungszeiten begründen zu müssen.

Aussagen zuordnen statt Literatur sammeln

Geben Sie jeder Quelle ein kurzes Kürzel. Halten Sie Titel, Verfasser oder verantwortliche Stelle, Datum, Version, Fundort und die verwendete Seite, Tabelle oder Textstelle fest. Speichern Sie die vollständige Literaturangabe getrennt von der geplanten Folienaussage. Ein Dokument kann thematisch passen, ohne gerade diese Aussage zu stützen.

Geplante AussageBeleg im fiktiven BeispielZulässige Folienaussage
Studierende wünschen längere ÖffnungszeitenS1: 60 von 100 freiwillig Befragten wählten diese Antwort60 % der Befragten wünschen längere Öffnungszeiten
Die Abendnutzung ist hochS2: Einlasszahlen der letzten zwei geöffneten Stunden über vier benannte WochenBeobachtete Zahlen und Zeitraum nennen, nicht den Bedarf nach Schließung
Ein Versuch ist bezahlbarS3: Kostenschätzung auf Grundlage eines angenommenen DienstplansGeschätzte Kosten und Personalannahmen zeigen

In der mittleren Spalte werden Argumentationslücken sichtbar. Für „bezahlbar“ fehlt womöglich eine Budgetgrenze oder eine Einschätzung der verantwortlichen Person. Eine vorhandene Kostenschätzung ist noch kein Werturteil, auch wenn die Folie eine Überschrift braucht.

Ein Ergebnis vollständig auf eine Folie übertragen

Ausgangspunkt: 60 von 100 Befragten wählten längere Öffnungszeiten. Eine belastbare Überschrift lautet: „60 % der Befragten wünschen längere Bibliotheksöffnungszeiten.“ „Die meisten Studierenden brauchen nächtlichen Zugang“ verändert dagegen sowohl die Bezugsgruppe als auch die Aussage.

  • Darstellung: 60 Antworten für längere Öffnungszeiten und 40 ohne diese Auswahl zeigen. Es sind Befragungsantworten, keine Erhebung aller Studierenden.
  • Sichtbare Quelle: „Befragung zu Bibliotheksöffnungszeiten, S1, Frage 4; n = 100; freiwillige Teilnahme.“ Im eigenen Vortrag durch die tatsächlichen Dokumentangaben ersetzen.
  • Mündliche Erklärung: „Das zeigt Interesse unter den Teilnehmenden. Ob die Stichprobe die gesamte Studierendenschaft repräsentiert, wissen wir nicht.“
  • Folgerung: „Ein Versuch soll die tatsächliche Nutzung zeigen, bevor dauerhafte Öffnungszeiten beschlossen werden.“

Die Rechnung lautet 60 ÷ 100 × 100. Zeigen Sie den Nenner beim Ergebnis. Wählen in einer späteren Befragung 36 von 90 Personen diese Antwort, sind es 40 %. Der bloße Vergleich von 60 und 36 Antworten verschleiert die unterschiedlichen Stichprobengrößen. Selbst die Prozentwerte belegen keinen Trend, solange Auswahlverfahren, Frage und Zeitpunkt nicht ausreichend vergleichbar sind. Bei Fragen mit mehreren Antwortmöglichkeiten zeigt das Beispiel zur Präsentation von Umfrageergebnissen, wie Sie Befragte und Nennungen unterscheiden und Prozentwerte erklären, die zusammen mehr als 100 % ergeben dürfen.

Wenn eine Quelle korrigiert wird, muss die ganze Aussage aktualisiert werden. Erweitern Sie das fiktive Bibliotheksbeispiel: Bei einer späteren Prüfung werden in S1 vier doppelte Einträge gefunden; alle gehören zu den 40 Datensätzen, die keine längeren Öffnungszeiten gewählt hatten. Nach dem Ausschluss bleiben 96 gültige Antworten, davon weiterhin 60 für längere Öffnungszeiten. Das korrigierte Ergebnis lautet 60 ÷ 96 × 100 = 62,5 %. Das ist eine Korrektur derselben Befragung, keine zweite Befragung und kein Anstieg der Nachfrage im Zeitverlauf.

Teil der BelegketteUrsprüngliche S1 v1Korrigierte S1 v2
Anzahl und Nenner60 Auswahlen in 100 erfassten Antworten60 Auswahlen in 96 gültigen Antworten; vier doppelte Einträge ohne Auswahl ausgeschlossen
Überschrift60 % der Befragten wünschen längere Öffnungszeiten62,5 % der Befragten wünschen längere Öffnungszeiten (nach Bereinigung der Duplikate)
Grafik und sichtbare Quelle60 mit dieser Auswahl, 40 ohne diese Auswahl; S1 v1, Frage 4, n = 10060 mit dieser Auswahl, 36 ohne diese Auswahl; S1 v2, Frage 4, n = 96; freiwillige Teilnahme
Eine fiktive Befragung vor und nach dem Ausschluss von vier doppelten Antworten; die Zahl der Befürworter bleibt 60.

Bewahren Sie S1 v1 als abgelöste Version im Quellenprotokoll auf und vermerken Sie Ausschlussgrund und Fundort der korrigierten S1 v2. Verwenden Sie die Version und das Korrekturdatum aus dem tatsächlichen Dokument; erfinden Sie keine Angaben für eine vollständige Quellenangabe. Ersetzen Sie in der überarbeiteten Präsentation Überschrift, Grafikbeschriftungen, Nenner und Kurzbeleg gemeinsam und verweisen Sie in der vollständigen Referenz auf S1 v2. Eine Überschrift mit 62,5 % über einer Grafik mit n = 100 wäre widersprüchlich.

Auch die Folgerung muss geprüft werden, obwohl sie in diesem Beispiel nicht stärker wird: „Das Interesse dieser freiwilligen Befragten spricht dafür, einen begrenzten Versuch zu prüfen; es belegt weder den Bedarf der gesamten Studierendenschaft noch Besuche nach der Schließzeit.“ Die Korrektur macht die Stichprobe nicht repräsentativ. Ebenso ist die getrennte Befragung mit 36 von 90 nicht automatisch vergleichbar; dafür müssen weiterhin Zeitraum und Rekrutierung geprüft werden.

Wenn die vier Ausschlüsse noch nicht bestätigt sind, zeigen Sie den Wert als in Prüfung und nehmen Sie den korrigierten Prozentsatz von der Entscheidungsfolie. Bitten Sie die Quellenverantwortlichen um Bestätigung, welche Einträge warum ausgeschlossen wurden. Ein neuer Prozentsatz ist erst verwendbar, wenn Zähler, Nenner und Quellenversion auf dieselben korrigierten Daten zurückführen.

Widersprüche nicht vorschnell auflösen

Angenommen, die zweite Befragung fand in der Prüfungsphase statt, die erste zu Semesterbeginn. Prüfen Sie vor einer Zusammenfassung, ob beide dieselbe Population unter ähnlichen Bedingungen erfassen. Ein gemeinsamer Prozentwert wäre rechnerisch möglich, könnte aber die eigentlich relevante Frage verfehlen.

Vergleichen Sie Erhebungszeitraum, Teilnahmeberechtigung, genaue Frage und Anzahl der Antworten. Betreffen die Quellen verschiedene Situationen, stellen Sie sie getrennt dar. Widersprechen sie sich tatsächlich, zeigen Sie beide Ergebnisse und erläutern, welche Unsicherheit die Entscheidung beeinflusst.

Bei der Bibliothek bleibt möglicherweise offen, ob geäußertes Interesse nach der bisherigen Schließzeit zu Besuchen führt. Die bisherigen Einlasszahlen können das nicht beantworten: Das Gebäude war geschlossen. Aus dieser Lücke folgt ein Messplan, keine erfundene Prognose.

Zwei Quellenebenen halten die Folie lesbar

Platzieren Sie einen kurzen Quellenhinweis neben der Aussage oder Grafik. Die vollständige, auffindbare Referenz kommt in den Anhang oder ein Begleitdokument. Verwenden Sie das Kürzel im ganzen Foliensatz einheitlich. Stammen zwei Grafiken aus unterschiedlichen Quellen, brauchen beide einen eindeutigen Hinweis.

Die englischsprachigen APA-Zitierregeln erläutern die Verbindung zwischen Kurzbeleg und Literaturverzeichnis; auch sinngemäße Wiedergaben benötigen Quellenangaben. Maßgeblich bleibt der von Ihrer Institution geforderte Stil. Die Kürzel hier sind Arbeitsmarkierungen und ersetzen diesen Stil nicht.

Einschränkungen, die eine Entscheidung verändern könnten, gehören auf die Folie. In Referentennotizen sind sie für Empfänger des reinen Foliensatzes unsichtbar. Ausführliche Methoden können im Anhang stehen; dass eine Zahl geschätzt ist, sollte man aber nicht erst dort erfahren.

Ein Argument auf sieben Folien aufbauen

  1. Frage: Soll die Bibliothek längere Öffnungszeiten testen?
  2. Interesse: Befragungsergebnis mit Stichprobe und Quelle.
  3. Bisherige Nutzung: Einlasszahlen des beobachteten Abendzeitraums.
  4. Unsicherheit: Warum bisherige Daten nichts über Besuche nach Schließung aussagen.
  5. Machbarkeit: Personaloptionen und klar gekennzeichnete Kostenschätzungen.
  6. Versuch: Öffnungsplan, Besuchszählung, Kostenobergrenze und Entscheidungstermin.
  7. Beschluss: Versuch genehmigen, ändern oder fehlende Belege anfordern.

Literaturverzeichnis und ausführliche Quellenauszüge folgen nach dem Hauptargument. Sieben Folien sind hier ein Beispiel, keine allgemeine Vorgabe. Passen Sie die Gliederung an Redezeit und Fragen des Publikums an. Liegt das Material bereits als Poster vor, zeigt die Anleitung zum Überführen eines Forschungsposters in einen Vortrag, wie Sie die Posterbereiche zu einer mündlichen Argumentation ordnen und Einschränkungen der Abbildung sowie Quellenangaben auf den Folien erhalten.

Beim KI-Entwurf die Belegkette erhalten

Der freigegebene Textentwurf sollte je Folie die Überschrift, exakte Werte, das Quellenkürzel und alle sichtbar zu erhaltenden Einschränkungen enthalten. Verwenden Sie diesen Entwurf als Eingabe für Presenti, statt die KI fehlende Forschung ergänzen zu lassen. Die Produktseite beschreibt einen bearbeitbaren Folienentwurf aus Text; sie ersetzt keine Quellenprüfung.

Vergleichen Sie das Ergebnis anschließend mit Ihrer Zuordnungstabelle. Ergänzen Sie fehlende Nenner, nehmen Sie unbelegte Zuspitzungen zurück und kontrollieren Sie, ob jeder Quellenhinweis noch zum richtigen Ergebnis gehört. Ein gutes Layout bestätigt nicht, dass eine Quelle eine Aussage trägt. Für die Prüfung durch eine zweite Person eignet sich ein Bewertungsraster, das Belege und Gestaltung getrennt beurteilt. Bitten Sie um die konkrete Folie und Korrektur statt um einen allgemeinen Eindruck.

Öffnen Sie vor der Weitergabe die tatsächliche Ausgabedatei und verfolgen Sie eine wichtige Aussage bis zur Originalquelle. Wiederholen Sie das mit einer Aussage samt Einschränkung oder widersprüchlichem Beleg. Sind beide Wege ohne Ihren Vortrag verständlich, ermöglicht die Präsentation eine fundierte Diskussion.