Folien für eine Business-Continuity-Stabsübung sollten eine Störung schrittweise offenlegen und für jede Phase eine konkrete Diskussionsfrage stellen. Halten Sie die Teilnehmerfolien kurz, führen Sie vertiefende Fragen in einem getrennten Moderationsleitfaden und dokumentieren Sie, wo der bestehende Plan die vorgeschlagenen Entscheidungen unterstützt – und wo nicht.
Beginnen Sie mit einem freigegebenen Plan und einem eng gefassten Übungsziel, nicht mit einer dramatischen Katastrophengeschichte. Stehen Szenario und Fragen fest, können Sie mit Presenti aus dem Übungsskript einen bearbeitbaren Foliensatz erstellen. Das folgende Beispiel ist eine fiktive, rein diskussionsbasierte Übung zu einem nicht nutzbaren Büro und einer wachsenden Warteschlange von Kundenanfragen. Niemand soll dafür einen laufenden Dienst unterbrechen, Kunden kontaktieren oder ein Notfallverfahren ausführen.

Wählen Sie eine Frage, die die Übung beantworten soll
Das Beispielteam möchte wissen: Können wir feststellen, wer einen Wechsel des Arbeitsorts genehmigt, diese Entscheidung kommunizieren und eingehende Anfragen priorisieren, wenn die übliche Koordination nicht erreichbar ist? Das gibt der Diskussion eine Richtung. „Prüfen, ob wir widerstandsfähig sind“ ist zu allgemein, um Teilnehmer oder Beobachter anzuleiten.
Der Übungsverantwortliche verfügt über einen von der Organisation freigegebenen Kontinuitätsplan, eine aktuelle Rollenübersicht und die darin referenzierten Kontakt- und Eskalationsregeln. Teilnehmen werden Serviceleitung, Vertretung, Gebäudemanagement, IT-Support und Kundensupport. Ein Moderator leitet die Diskussion, ein Beobachter erfasst Entscheidungen und offene Punkte. Rollen lassen sich nur zusammenlegen, wenn Zuhören und Dokumentieren dadurch nicht beeinträchtigt werden.
NIST SP 800-84, Kapitel 4 und Anhang A, beschreibt diskussionsbasierte Stabsübungen und unterscheidet Teilnehmer-, Moderations- und Bewertungsunterlagen. Die Beispiele beziehen sich auf IT-Pläne. Das Büroszenario hier ist ein eigenständiges Lehrbeispiel, kein von NIST vorgeschriebener Kontinuitätsplan und kein Konformitätsnachweis.
Drei beobachtbare Fragen halten die Übung auf Kurs: Hat die Gruppe die Zuständigkeit im Plan gefunden? Hat sie beschrieben, wie die Entscheidung die Mitarbeiter erreicht? Hat sie erklärt, wie eingehende Arbeit priorisiert und übergeben wird? Ziel ist eine brauchbare Antwort oder eine konkrete Lücke, keine allgemeine Bereitschaftsnote.
Bereiten Sie drei unterschiedliche Unterlagen vor
Nicht auf jede Leinwand und jedes Handout gehört derselbe Inhalt.
- Teilnehmerfolien: Zweck, Übungsgrenzen, Ausgangslage, jeweils eine neue Information und kurze Fragen.
- Moderationsleitfaden: sämtliche Lageänderungen, mögliche Rückfragen, Zeitplanung und benötigte Planabschnitte. Getrennt vom Teilnehmerexport aufbewahren.
- Beobachtungsprotokoll: Vorschläge der Gruppe, herangezogene Planregel, offene Fragen und die Folgearbeit, die sie klären könnte.
Platzieren Sie keine Musterantwort auf der nächsten Teilnehmerfolie, die beim Vorführen versehentlich sichtbar wird. Die Übung soll zeigen, wie das Team anhand seines Plans argumentiert. Beantwortet der Plan eine Frage nicht, dokumentieren Sie die Lücke, statt eine passende Regel zu erfinden.
Der Beispielablauf dauert 60 Minuten: fünf für die Einführung, zehn für die erste Lage, zehn für die nicht erreichbare Kontaktperson, fünfzehn für die Warteschlange, fünfzehn für die Nachbesprechung und fünf für die Folgeaufgaben. Das sind Moderationszeiten, keine vorgeschriebene Übungsdauer. Die Uhr im Szenario kann schneller voranschreiten als die tatsächliche Sitzungszeit; kennzeichnen Sie beides deutlich.
Runde eins: Das Büro ist nicht nutzbar
Nennen Sie zu Beginn die besprochene Planversion und die vertretenen Rollen. Lesen Sie die Übungsgrenzen vor: Handlungen nur besprechen, keine echten Kundendaten verwenden und keine betrieblichen Änderungen vornehmen. Vereinbaren Sie, wie der Moderator die Sitzung bei einem tatsächlichen Vorfall unterbricht.
Teilnehmerfolie: Lage um 09:00 Uhr
Das Gebäudemanagement teilt mit, dass das Regionalbüro heute Vormittag nicht genutzt werden kann. Ein Wiedereröffnungszeitpunkt steht nicht fest. Die Mitarbeiter sind sicher und außerhalb des betroffenen Gebäudes. Kundenanfragen gehen weiterhin in der normalen Online-Warteschlange ein. Ein Ausfall des Anfragesystems wurde nicht gemeldet.
Diskutieren Sie: Wer entscheidet, wo weitergearbeitet wird? Welche Informationen benötigt diese Person? Was sollten Mitarbeiter jetzt erfahren?
Auf der Folie steht nicht „Alle arbeiten von zu Hause“. Diese Option ist anhand des freigegebenen Plans, vorhandener Ausstattung, erlaubter Zugriffe und der Aufgaben zu besprechen. Das Szenario sollte der Gruppe die Lösung nicht vorgeben.
Moderationsleitfaden
Antwortet jemand „Wir würden allen den Ortswechsel mitteilen“, fragen Sie: „Wer ist laut Plan mit ‚wir‘ gemeint, und wie erreichen Sie Mitarbeiter, die die Nachricht noch nicht gelesen haben?“ Fehlt eine Information im Szenario, trennen Sie eine vertretbare Übungsannahme von einer Tatsache, die bei einem echten Ereignis erst beschafft werden müsste.
Der Beobachter hält die vorgeschlagene Entscheidung, die genannte Befugnis und offene Abhängigkeiten fest. „Team besprach mobiles Arbeiten“ ist für die spätere Auswertung zu ungenau.
Runde zwei: Die übliche Kontaktperson antwortet nicht
Teilnehmerfolie: Aktualisierung um 09:20 Uhr
Die übliche Servicekoordination hat über den freigegebenen Kontaktweg nicht geantwortet. Der Kundensupport hat zwei unterschiedliche Anweisungen dazu erhalten, ob weitergearbeitet werden soll. Die Online-Warteschlange ist weiterhin verfügbar.
Diskutieren Sie: Welcher Eskalationsweg gilt? Wer kann die widersprüchlichen Anweisungen klären? Welche einheitliche Nachricht sollen Mitarbeiter als Nächstes erhalten?
Halten Sie die Aktualisierung kurz. Sie verändert eine Abhängigkeit – die Erreichbarkeit der üblichen Koordination – und zeigt die Folge uneinheitlicher Kommunikation. Ein gleichzeitiger Cyberangriff, Verkehrsausfall und Lieferantenstopp würden verschleiern, welchen Teil des Plans die Gruppe gerade untersucht.
Moderationsleitfaden
Nennt die Gruppe eine Vertretung, fragen Sie, wo deren Befugnis dokumentiert ist und was passiert, wenn auch sie nicht erreichbar ist. Machen Sie daraus keinen Telefonnummern-Gedächtnistest. Die Teilnehmer sollen die gepflegte Informationsquelle und den Eskalationsweg finden können.
Eine mögliche fiktive Beobachtung lautet: „Sowohl die Serviceleitung als auch der Kundensupport wollten die nächste Anweisung versenden. Keiner konnte in der verwendeten Planversion zeigen, wer widersprüchliche Nachrichten auflöst.“ Das ist genauer als „Die Kommunikation war schlecht“. Es benennt die Entscheidung ohne klaren Verantwortlichen.

Runde drei: Die Warteschlange verlangt eine Priorisierung
Teilnehmerfolie: Aktualisierung um 10:00 Uhr
Die Warteschlange umfasst nun 18 Anfragen: sechs mit zugesagtem Termin heute und zwölf mit späteren Terminen. Für die Übung gilt die Annahme, dass zwei verfügbare Mitarbeiter jeweils drei vergleichbare Anfragen pro Stunde erledigen können. Noch ist nicht vereinbart, welche Anfragen zuerst bearbeitet und wie unvollständige Arbeiten übergeben werden.
Diskutieren Sie: Welche Aufgaben sollten zuerst geprüft werden? Wer darf eine Kundenzusage ändern? Wie erfährt das nächste Team, was bereits erledigt wurde?
Die Rechnung setzt eine Grenze für die Diskussion: Zwei Personen mit jeweils drei Anfragen ergeben unter dieser Annahme sechs Abschlüsse pro Stunde. Achtzehn vergleichbare Anfragen würden ohne neue Eingänge und Unterbrechungen drei Stunden dauern. Das ist keine Prognose. Unterschiedliche Komplexität, neue Anfragen oder eingeschränkter Zugriff könnten das Ergebnis verändern.
Bitten Sie die Teilnehmer, die Prioritätsregeln ihres Plans und die tatsächlichen Zusagen zu verwenden, statt automatisch die Eingangsreihenfolge für richtig zu halten. Die sechs heute fälligen Anfragen sollen die Dringlichkeitsprüfung anstoßen. Das Beispiel belegt weder, dass alle sicher abgeschlossen werden können, noch, dass spätere Anfragen folgenlos warten dürfen.
Moderationsleitfaden
Lassen Sie die Gruppe einen Übergabeeintrag beschreiben: Anfragereferenz, aktueller Stand, nächste Handlung, verantwortliche Rolle und jede Zusage, die eine Entscheidung erfordert. Schlägt jemand eine Erledigung „innerhalb einer Stunde“ vor, fragen Sie nach den zugrunde liegenden Annahmen und der Befugnis zu dieser Zusage.
Eine hilfreiche Antwort im Lehrszenario würde erste Sichtung und Kundenzusage trennen: „Zuerst die sechs heute fälligen Anfragen prüfen, Abhängigkeiten feststellen und bei nicht erfüllbaren Zusagen die befugte Rolle einbeziehen. Vor der Übergabe Verantwortlichen und aktuellen Stand festhalten.“ Das ist ein Beispiel für eine begründete Antwort, kein Ersatz für die Regeln der Organisation.
Halten Sie Beobachtungen fest, die den Plan verbessern können
Geben Sie dem Beobachter Raum, Gesagtes von dessen möglicher Bedeutung zu trennen. Ein ausgefülltes Beispiel verdeutlicht den Unterschied:
| Beobachtung in der fiktiven Diskussion | Zu klärende Lücke | Folgeaufgabe und Abschlussnachweis |
|---|---|---|
| Zwei Rollen beanspruchten die Mitarbeiterinformation; der Planverweis klärte die Zuständigkeit nicht. | Die Entscheidungsbefugnis bei widersprüchlichen Anweisungen ist unklar. | Der Planverantwortliche holt eine befugte Entscheidung ein und aktualisiert die Rollenbeschreibung; Runde zwei mit dieser Version wiederholen. |
| Die Gruppe versprach anhand der Annahme von sechs Anfragen pro Stunde einen Termin, ohne die Komplexität zu prüfen. | Die vorgeschlagene Nachricht ließ die Bedingungen der Schätzung weg. | Die Kundensupportleitung bereitet eine freigegebene Zwischenmeldung vor und bespricht sie anhand unterschiedlich komplexer Anfragen. |
| Die vorgeschlagene Übergabe nannte einen Verantwortlichen, aber keine verbleibende Handlung. | Die übernehmende Person wusste nicht, was als Nächstes zu tun ist. | Die Serviceleitung überarbeitet das Übergabebeispiel; ein anderer Teilnehmer erklärt allein anhand des Eintrags die nächste Handlung. |
Das sind beispielhafte Beobachtungen, keine Ergebnisse einer bereits durchgeführten Übung. Halten Sie in einer echten Sitzung auch Gegenbelege fest. Findet die Gruppe die richtige Eskalationsregel und nutzt sie erfolgreich, ist das ebenfalls wichtig. Erfinden Sie keine Mängel, um die Übung wertvoll erscheinen zu lassen.
Fragen Sie in der Nachbesprechung, welche Entscheidung am schwierigsten war, was dabei half und was geklärt werden muss. Ordnen Sie jedem vereinbarten Punkt einen Verantwortlichen, einen abgestimmten Prüftermin und eine Prüfmethode zu. „Kommunikation verbessern“ ist keine ausgearbeitete Aufgabe. „Anweisungsverantwortlichen bestätigen und Runde zwei mit der überarbeiteten Rollenbeschreibung wiederholen“ lässt sich tatsächlich überprüfen.
Erstellen Sie Folien, ohne die Diskussion vorwegzunehmen
Verwenden Sie sieben Teilnehmerfolien: Zweck und Grenzen; Rollen und verwendeter Plan; Lage um 09:00 Uhr; Aktualisierung um 09:20 Uhr; Warteschlange um 10:00 Uhr; Nachbesprechungsfragen; vereinbarte Folgeaufgaben. Jede Lage gehört auf eine eigene Folie, damit Teilnehmer nur auf das reagieren, was sie in diesem Moment wissen.
Geben Sie für einen KI-Entwurf nur die Teilnehmerversion ein. Die Anweisung kann lauten: „Bewahre die drei Szenariozeiten und alle Zahlen zur Warteschlange. Zeige Fragen ohne Antworten. Erfinde keine Kontaktdaten, Wiederherstellungsziele, Einsatzverfahren oder zusätzlichen Ausfälle.“ Moderationsfragen und Bewertungsnotizen bleiben im separaten Dokument. Prüfen Sie das Ergebnis auf versehentliche Lösungshinweise, zusätzliche Annahmen und zu früh sichtbare Lageänderungen.
Enden Sie mit den Änderungen, die die Diskussion begründet, und den verbliebenen Fragen. Ein gutes Gespräch kann eine nützliche Planlücke aufdecken. Es weist aber nicht nach, dass ein System wiederhergestellt, ein Gebäude verfügbar oder eine echte Unterbrechung behoben wurde. Dafür sind die jeweils befugten Arbeiten außerhalb der Folien notwendig.