Eine Prozesspräsentation soll Entscheidungen ermöglichen. Das Publikum muss erkennen, wo Arbeit beginnt, wo sie wartet, wer eine Übergabe verantwortet und welcher Nachweis einen abgeschlossenen Schritt belegt. Eine schriftliche Gliederung kann als Ausgangspunkt dienen, um mit Presenti aus Text einen ersten Präsentationsentwurf zu erstellen. Die Prozessdarstellung muss anschließend mit den Menschen geprüft werden, die den Ablauf tatsächlich ausführen.

Die Grenzen des Prozesses festlegen
Benennen Sie das auslösende Ereignis, das Ende und den Empfänger des Prozessergebnisses. „Vom Auftrag bis zum Zahlungseingang“ ist für eine einzelne Besprechung oft zu weit gefasst. „Vom genehmigten Auftrag bis zur ersten Rechnung“ bietet einen handhabbaren Rahmen. Sagen Sie auch, was die Karte nicht abbildet, damit niemand eine vereinfachte Darstellung mit einem vollständigen Betriebsmodell verwechselt.
Passen Sie die Detailtiefe an die Zielgruppe an. Führungskräfte brauchen Phasen und Entscheidungen; ausführende Teams benötigen Übergaben, Systeme und Wege für Ausnahmen. Nutzen Sie eine Übersichtsfolie und wenige Detailfolien, statt sämtliche Tätigkeiten in ein unleserlich kleines Diagramm zu pressen.
Den Ablauf an einer einzelnen Anfrage abgrenzen
Betrachten wir einen fiktiven internen Designservice. Eine Person bestellt ein Kampagnenbanner, die Koordination prüft das Briefing, eine Designfachkraft erstellt die Datei und die anfragende Person nimmt sie ab. Der Prozess beginnt mit dem Eingang der Anfrage und endet mit der Abnahme der endgültigen Datei. Kampagnenplanung, Freigabe der Markenrichtlinie und Veröffentlichung der Kampagne liegen außerhalb dieses Rahmens.
Die Präsentation beantwortet die Frage: „Warum warten vollständige Anfragen, bevor die Gestaltung beginnt?“ Sie behandelt nicht die Frage, wie sich das gesamte Marketing beschleunigen lässt. Der engere Rahmen bestimmt, welche Zeitpunkte und Übergaben auf die Folien gehören. Die folgenden Vorgänge sind für diese Anleitung konstruiert; es handelt sich nicht um Messwerte von Presenti oder einem Kunden.
Die ASQ-Anleitung zu Flussdiagrammen empfiehlt, Prozessgrenzen festzulegen und den Ablauf mit den beteiligten Personen durchzugehen. Korrigieren Sie damit zunächst die Darstellung des Ist-Zustands, bevor Sie einen gewünschten zukünftigen Ablauf zeichnen.
Übergaben und Verantwortlichkeiten abbilden
Erfassen Sie für jeden Schritt die verantwortliche Rolle, die Eingabe, das Ergebnis und den nächsten Empfänger. Zeichnen Sie eine Übergabe dort ein, wo Verantwortung wechselt, nicht nur dort, wo ein anderes Werkzeug eingesetzt wird. Sind zwei Teams beteiligt, unterscheiden Sie die entscheidungsverantwortliche Person von der Person, die Nachweise liefert.
Beschriften Sie Aktivitäten mit eindeutigen Verben: prüfen, genehmigen, terminieren, veröffentlichen oder abgleichen. Ein bloßes Substantiv wie „Prüfung“ lässt die konkrete Handlung leicht offen. Setzen Sie Systemnamen in eine untergeordnete Beschriftung. So bleibt der Ablauf verständlich, wenn das Werkzeug später wechselt.

Der Inhalt für eine Swimlane-Folie
| Prozessbahn | Schritt und Eingabe | Ergebnis / nächster Empfänger | Pfeil für Ausnahmen |
|---|---|---|---|
| Anfragende Person | Zweck, Abmessungen, Text und benötigten Termin einreichen. | Der Anfragevorgang geht an die Koordination. | Fehlende Angaben werden hier nachgereicht. |
| Koordination | Briefing prüfen und Bearbeitungsreife bestätigen. | Der vollständige Vorgang kommt in die Designwarteschlange. | Unvollständiges Briefing → anfragende Person, mit Benennung der fehlenden Angabe. |
| Designfachkraft | Eine bearbeitungsreife Anfrage übernehmen und das Banner erstellen. | Ein versionierter Entwurf geht an die anfragende Person. | Unklarer Text → Koordination zur Klärung. |
| Anfragende Person | Entwurf mit dem vereinbarten Briefing vergleichen. | Die abgenommene Datei schließt den Vorgang ab. | Korrektur im vereinbarten Umfang → Design; geänderter Umfang → Koordination. |
Machen Sie auf der Übersicht aus jeder Tabellenzeile eine Prozessbahn. Die Warteschlange für bearbeitungsreife Anfragen liegt zwischen Koordination und Design. Beschriften Sie beide Ausgänge der Frage „Briefing vollständig?“, statt sich auf die Farbe der Pfeile zu verlassen. Eine eigene Korrekturschleife ist sinnvoll: Einen Tippfehler zu beheben ist nicht dasselbe wie nach Arbeitsbeginn ein neues Bannerformat anzufordern.
Wartezeiten, Nacharbeit und Kontrollen zeigen
Trennen Sie Wartezeit und Bearbeitungszeit. Eine Warteschlange kann die größte Verzögerung verursachen, obwohl die einzelnen Tätigkeiten effizient erledigt werden. Zeigen Sie Schleifen für Nacharbeit und den jeweiligen Grund für die Rückkehr zu einem früheren Schritt. Dadurch erhält das Team konkrete Ansatzpunkte für Verbesserungen.
Machen Sie Kontrollen sichtbar, ohne die Darstellung zu überladen. Ergänzen Sie bei risikoreichen Schritten den erforderlichen Nachweis, etwa eine dokumentierte Genehmigung oder einen Abgleich. Das Diagramm belegt für sich genommen keine Regelkonformität; es zeigt, an welcher Stelle die Prüfung stattfinden muss.
Durchlaufzeit und Arbeitsaufwand auseinanderhalten
In einem konstruierten Fall erreicht das vollständige Briefing um 09:00 Uhr die Warteschlange. Die Gestaltung beginnt um 11:00 Uhr, der Entwurf wird um 11:45 Uhr versendet und um 12:15 Uhr desselben Tages abgenommen. Die Durchlaufzeit beträgt 195 Minuten: 120 Minuten Wartezeit vor der Gestaltung, 45 Minuten Produktion und 30 Minuten bis zur Abnahme. Die Abschnitte lassen sich addieren, weil dieses vereinfachte Beispiel weder parallele Arbeit noch Nacharbeit enthält.
Bezeichnen Sie nicht alle 195 Minuten als „Designzeit“. Auch würde der Wegfall der 120-minütigen Warteschlange nicht zwangsläufig zwei Personenstunden einsparen: Wartezeit und Arbeitsaufwand sind unterschiedliche Größen. Legen Sie bei einem echten Service vor dem Vergleich fest, ob Nächte, Wochenenden und angehaltene Anfragen mitzählen.
| Konstruierter Fall | Bereit → Designbeginn | Produktion | Entwurf → Abnahme | Gesamte Durchlaufzeit |
|---|---|---|---|---|
| R-01 | 120 Min. | 45 Min. | 30 Min. | 195 Min. |
| R-02 | 90 Min. | 60 Min. | 20 Min. | 170 Min. |
| R-03 | 150 Min. | 40 Min. | 30 Min. | 220 Min. |
Das Fallprotokoll benötigt eine Vorgangs-ID, den Zeitpunkt der Bearbeitungsreife, Arbeitsbeginn, Versand des Entwurfs, Abnahme sowie den Grund für etwaige Ausnahmen. Kehrt ein Vorgang zur Überarbeitung zurück, erfassen Sie den zusätzlichen Abschnitt getrennt. Pressen Sie ihn nicht in das Beispiel eines geradlinigen Ablaufs.
Den Engpass mit Daten erklären
Konzentrieren Sie die Hauptaussage auf einen Engpass. Vergleichen Sie die erwartete Durchlaufzeit mit beobachteten Fällen und nennen Sie den Erhebungszeitraum. Ist die Stichprobe klein, machen Sie das deutlich. Eine Bandbreite oder ein Hinweis zur Unsicherheit ist aussagekräftiger als ein scheinbar genauer Durchschnitt ohne Kontext.
Stellen Sie anschließend zwei umsetzbare Änderungen und ihre jeweiligen Nachteile oder Voraussetzungen vor. Eine schnellere Übergabe kann eine andere Genehmigungsregel erfordern; Automatisierung kann Arbeit in die Behandlung von Ausnahmefällen verlagern. Eine gute Prozesskarte macht solche Entscheidungen besprechbar, ohne eine umfassende Lösung durch einen einzigen Umbau zu versprechen.
Welche Aussage die Daten tatsächlich tragen
Eine passende Folienüberschrift lautet: „Die Warteschlange vor dem Design ist in diesen drei Beispielen der längste Abschnitt.“ Alle drei konstruierten Fälle stützen diese Aussage. „Die Designfachkraft ist der Engpass“ geht über die Daten hinaus. Die Verzögerung könnte am Zeitpunkt der Freigabe, an konkurrierenden Prioritäten, fehlender Kapazität oder einem zu früh gesetzten Zeitstempel liegen.
Vergleichen Sie zwei Vorschläge. Eine zweimal tägliche Sichtung der Warteschlange lässt sich einfach testen, kann aber dringende Anfragen zwischen den Terminen warten lassen. Eine durchgehend besetzte Anlaufstelle könnte schneller reagieren, benötigt jedoch Kapazität, deren Einsatz noch nicht begründet ist. Zeigen Sie beide Abwägungen und erproben Sie zuerst den kleineren Eingriff. Beschriften Sie einen Pfeil im Soll-Prozess nicht mit „sofort“, bevor der Ablauf getestet wurde.
Behalten Sie neben der Wartezeit auch Produktion und Abnahme im Blick. Eine kürzere Warteschlange ist keine Verbesserung, wenn Arbeit überhastet erledigt wird und Korrekturen zunehmen. Die Prozesskarte soll zeigen, wo Nachweise zu erheben sind, statt eine erwartete Einsparung als beobachtetes Ergebnis darzustellen.
Mit Verantwortlichen und einem nächsten Test abschließen
Nennen Sie am Ende die benötigte Entscheidung, die verantwortliche Person, den kleinsten sinnvollen Test und den Termin zur Auswertung. Verlinken Sie die zugrunde liegenden Daten oder die Verfahrensanweisung im Anhang. Die nächste Version der Karte sollte dokumentieren, was geändert wurde und ob sich der Engpass verlagert hat.
Lassen Sie vor dem Termin eine Person aus dem ausführenden Team einen Normalfall und einen Ausnahmefall ohne Ihre Hilfe nachvollziehen. Kann sie den Pfeilen nicht folgen oder widerspricht sie den Zuständigkeiten, korrigieren Sie die Darstellung, bevor Sie die Führung um Freigabe einer Änderung bitten.
Die abschließende Entscheidungsfolie
Vorgeschlagener Test: Bei den nächsten zehn vollständigen Anfragen sichtet die Koordination die Warteschlange an zwei vereinbarten Zeitpunkten pro Arbeitstag und benennt die nächste zuständige Person. Verantwortung: Servicekoordination. Aufzeichnungen: die vier Zeitpunkte oben sowie Korrekturen und dringende Ausnahmen. Auswertung: Nach der zehnten abgenommenen Anfrage werden die Warteabschnitte mit einer gesondert erhobenen Ausgangsmessung verglichen, die dieselbe Zeitdefinition verwendet.
Zehn Anfragen bilden hier einen kleinen betrieblichen Pilotversuch, keine statistisch abgesicherte Stichprobe. Unterscheiden sich die nächsten Vorgänge erheblich in ihrer Komplexität, werten Sie sie getrennt aus, statt einen Vorher-Nachher-Effekt zu behaupten. Kürzere Wartezeiten bei mehr Umfangsänderungen könnten darauf hinweisen, dass die Eingangskriterien überarbeitet werden müssen.
Zeigen Sie vier Ansichten: Prozessgrenze, aktuelle Übergaben, Zeitdaten und vorgeschlagener Test. Hinter die Datenfolie gehört das detaillierte Fallprotokoll. So erhält die Führung eine entscheidbare Frage, während das ausführende Team genügend Einzelheiten behält, um die Darstellung zu hinterfragen.
Wie Sie einen geplanten Prozessumbau vergleichbar darstellen, zeigt das Vorher-Nachher-Beispiel für Präsentationen: Es trennt einen vereinfachten Ablauf von einer bereits gemessenen Verbesserung.