Eine Folie mit einem Entscheidungsbaum ist hilfreich, wenn das Publikum über mehrere Bedingungen zu einem Ergebnis gelangen soll. Beginnen Sie mit den schriftlichen Regeln, formulieren Sie an jeder Verzweigung eine klare Frage, beschriften Sie jeden Weg und prüfen Sie das Diagramm anhand echter oder realistischer Fälle. Wer zuerst Kästen zeichnet, erhält oft eine aufgeräumte Darstellung mit unvollständiger Logik.

Das folgende Beispiel ordnet eine Präsentationsanfrage einem nächsten Schritt zu: fehlende Informationen anfordern, einen vorhandenen Foliensatz anpassen oder eine neue Gliederung erstellen. Es ist eine einfache Arbeitsregel für ein fiktives Team, kein allgemeingültiges Freigabeverfahren. Sobald Regeln und Erklärung feststehen, können Sie aus dem Text einen Präsentationsentwurf erstellen. Auch in einem generierten Layout müssen alle Fragen, Verzweigungen und Ergebnisse erhalten bleiben.

Ein übersichtlicher Entscheidungsbaum führt mit beschrifteten Verzweigungen von einer Präsentationsanfrage zu unterschiedlichen nächsten Schritten.

Prüfen, ob ein Entscheidungsbaum zur Aufgabe passt

Verwenden Sie einen Baum, wenn eine Bedingung den nächsten Schritt verändert. „Wenn das Briefing unvollständig ist, fehlende Informationen anfordern; andernfalls nach einem geeigneten Foliensatz suchen“ ist eine Verzweigungslogik. Aufgaben, die alle in derselben Reihenfolge abarbeiten, lassen sich besser als Ablauf zeigen. Eine Liste von Abteilungen bildet eine Hierarchie, keinen Entscheidungsbaum.

Ein gewichteter Vergleich ist wiederum etwas anderes. Wenn Sie drei Anbieter nach Kosten, Unterstützung und Eignung bewerten möchten, verwenden Sie eine Entscheidungsmatrix. Werden solche Abwägungen in Ja-Nein-Verzweigungen gezwängt, kann verborgen bleiben, wie die Wahl zustande kam.

Beschreiben Sie den Einsatzzweck genau. Ein Baum, der den Hauptweg durch einen Prozess erklärt, darf operative Einzelheiten auslassen, die in eine vollständige Verfahrensanweisung gehören. Ein Baum, mit dem Menschen tatsächlich entscheiden sollen, muss dagegen die dafür nötigen Bedingungen und Ausnahmen enthalten. Beschriften Sie eine vereinfachte Lehrgrafik nicht mit „vollständiger Prozess“, wenn sie das nicht ist.

Erst die Regeln schreiben, dann die Formen zeichnen

Für unser fiktives Präsentationsteam muss eine Anfrage Zielgruppe, Zweck und Ausgangsmaterial nennen. Das Briefing ist erst vollständig, wenn alle drei Angaben vorliegen. Anschließend prüft das Team, ob ein aktueller Foliensatz für diese Zielgruppe und diesen Zweck geeignet ist.

  1. Ist das Briefing unvollständig, werden vor der Auswahl eines Foliensatzes die fehlenden Informationen angefordert.
  2. Ist es vollständig und ein geeigneter aktueller Foliensatz vorhanden, wird dieser angepasst.
  3. Ist es vollständig und kein geeigneter aktueller Foliensatz vorhanden, wird eine neue Gliederung erstellt.
  4. Ist es vollständig, aber unklar, ob ein geeigneter Foliensatz existiert, wird zuerst die Bibliothek geprüft.

Die vierte Regel ist wichtig. „Wir haben noch nicht nachgesehen“ bedeutet nicht „Es gibt keinen geeigneten Foliensatz“. Ein Ja-Nein-Diagramm, das jeden unklaren Fall über „Nein“ weiterleitet, verändert die Regel unbemerkt.

Definieren Sie „geeignet“ neben dem Diagramm: Die Quellen sind aktuell, Zielgruppe und Zweck passen, und das Team darf das Material wiederverwenden. Auf dieser erklärenden Folie kann dafür eine kurze Anmerkung genügen. Muss das Publikum jede Bedingung einzeln prüfen, erläutern Sie die Frage auf einer zweiten Folie, statt einen langen Absatz in eine Raute zu quetschen.

Jedem Knoten eine Aufgabe geben

Beginnen Sie mit „Präsentationsanfrage“. Die erste Frage lautet „Briefing vollständig?“. Der Nein-Zweig endet bei „Fehlende Informationen anfordern“. Der Ja-Zweig führt zu „Geeigneter aktueller Foliensatz?“. Diese zweite Frage hat drei beschriftete Ausgänge: „Ja“ zu „Foliensatz anpassen“, „Nein“ zu „Neue Gliederung erstellen“ und „Unbekannt“ zu „Bibliothek prüfen“.

Jeder Kasten sollte entweder eine Frage oder eine Handlung enthalten, nicht beides. „Briefing prüfen und gegebenenfalls fehlende Informationen anfordern“ versteckt eine Bedingung in einem Aufgabenkasten. Getrennte Elemente machen die Logik sichtbar.

Formulieren Sie gleichartig. Steht in einem Endknoten „Foliensatz anpassen“, sollte ein anderer „Neue Gliederung erstellen“ heißen, nicht das vage Substantiv „Erstellung“. Ein Ergebnis muss erklären, was der gewählte Weg praktisch bedeutet.

Fragen können als Rauten und Handlungen als Rechtecke erscheinen, wenn das Ihrem Publikum hilft. Die Bedeutung müssen jedoch Beschriftungen und Verbindungen tragen. Verlassen Sie sich nicht auf eine Formkonvention, die Sie nirgends erklären. Der Entscheidungsbaum in diesem Artikel vermittelt einige Arbeitsregeln; er schreibt keinen formalen Modellierungsstandard vor.

„Unbekannt“ als eigenen Weg zeigen

Die fehlerhafte Version hat bei „Geeigneter aktueller Foliensatz?“ nur zwei Ausgänge. Wurde die Bibliothek noch nicht durchsucht, führt sie dennoch zu „Neue Gliederung erstellen“. Die korrigierte Version ergänzt „Unbekannt“ als eigenen Weg zu „Bibliothek prüfen“. Erst diese Prüfung kann später ein Ja oder Nein ergeben.

Ein Baum mit zwei Zweigen behandelt ein unbekanntes Suchergebnis fälschlich als Nein; der korrigierte Baum ergänzt Unbekannt als Weg zur Prüfung der Bibliothek.
Eine unbekannte Antwort verlangt weitere Informationen. Sie ist nicht automatisch ein „Nein“.

Unklarheit braucht nicht immer einen dritten Zweig. Manche Fragen dürfen erst gestellt werden, wenn die benötigten Informationen vorliegen. Machen Sie diese Voraussetzung dann ausdrücklich sichtbar. Entscheidend ist, dass fehlende Informationen nicht stillschweigend zu einer Entscheidung werden.

Dasselbe gilt für überlappende Antworten. Bei „dringend“ und „wichtig“ kann beides zutreffen. Formulieren Sie die Frage neu oder legen Sie fest, welche Bedingung Vorrang hat. Das Publikum sollte nicht erraten müssen, welcher Pfeil gilt.

Vor der Präsentation Fälle durch den Baum verfolgen

Beurteilen Sie den Baum nicht nur nach seinem Aussehen. Gehen Sie Fälle durch, die zu jeder abschließenden Handlung führen. Diese fünf Anfragen prüfen die üblichen Wege und eine mehrdeutige Annahme.

AnfrageRelevante AngabenRichtiger nächster Schritt
AZielgruppe und Zweck sind angegeben, das Ausgangsmaterial fehlt.Fehlende Informationen anfordern.
BDas Briefing ist vollständig; ein aktueller, zur Wiederverwendung freigegebener Foliensatz passt zu Zielgruppe und Zweck.Vorhandenen Foliensatz anpassen.
CDas Briefing ist vollständig; die Bibliothek wurde geprüft, ein geeigneter Foliensatz existiert nicht.Neue Gliederung erstellen.
DDas Briefing ist vollständig; niemand hat die Bibliothek geprüft.Bibliothek prüfen.
EEin Foliensatz ist vorhanden, seine Quellen sind jedoch veraltet.Er gilt nicht als geeignet; nach vollständigem Briefing und Bibliotheksprüfung eine neue Gliederung erstellen.

Fall E prüft die Definition, nicht nur das Vorhandensein einer Datei. Würde das Team stattdessen eine vorhandene Gliederung aktualisieren, ergänzen Sie diese Regel ausdrücklich und passen Sie das Diagramm an. Lassen Sie die vortragende Person keine Ausnahme improvisieren, während die Folie etwas anderes vermittelt.

Gehen Sie die Wege mit jemandem durch, der den Baum nicht gezeichnet hat. Bitten Sie die Person, Fragen und Zweigbeschriftungen laut zu lesen. Ein falsches Ziel kann auf einen unklaren Pfeil, eine fehlende Bedingung oder eine noch nicht vereinbarte Regel hinweisen.

Die Logik auf die Folie bringen, ohne sie unlesbar zu verkleinern

Behalten Sie eine einheitliche Leserichtung bei. Von oben nach unten funktioniert gut, wenn jede Ebene genügend Platz hat. Von links nach rechts eignet sich für kurze Fragen und breite Folien. Lassen Sie zwischen Zweigen sichtbaren Abstand, damit eine Verbindung nicht zu zwei Kästen zu gehören scheint.

Setzen Sie Zweigbeschriftungen dicht an die zugehörige Verbindung. Die Antwort gehört an den Anfang des Zweigs, nicht zwischen zwei Wege. Pfeilspitzen sollten auf den nächsten Knoten zeigen, nicht nur ungefähr in dessen Richtung.

Wird der Baum zu dicht, zeigen Sie eine Übersicht und führen Sie einen Zweig auf einer zweiten Folie aus. Wiederholen Sie die übergeordnete Frage und kennzeichnen Sie den vertieften Zweig, damit der Zusammenhang erhalten bleibt. Eine Ausnahme zu entfernen, damit das Diagramm passt, ist eine inhaltliche Änderung, keine gestalterische Verbesserung.

Verwenden Sie Kontrast und Beschriftungen gemeinsam. Ein hervorgehobener Weg kann die Erklärung unterstützen, doch auch eine Graustufenkopie muss verständlich bleiben. Färben Sie „Nein“ nicht automatisch rot, wenn es lediglich zu einer berechtigten Alternative führt. In diesem Beispiel ist eine neue Gliederung kein Fehlerzustand.

Mit dem Baum erklären, statt ein Rätsel aufzugeben

Nennen Sie im Vortrag zuerst die Frage, die der Baum beantwortet, und gehen Sie dann einen Fall durch. Zum Beispiel: „Diese Anfrage hat ein vollständiges Briefing, aber die Bibliothek wurde noch nicht geprüft. Wir gehen zur Prüfung über und entscheiden noch nicht, eine neue Präsentation zu erstellen.“ Jetzt hat das Publikum einen Grund, dem Zweig zu folgen.

Bewahren Sie die schriftlichen Regeln zusammen mit der Arbeitsdatei auf. Ändert sich später eine Bedingung, aktualisieren Sie die zugehörigen Beschriftungen, die Testfälle und alle Folien, die diesen Zweig vertiefen. Sonst können Übersicht und Detailfolie unterschiedliche Aussagen machen.

Geben Sie dem Werkzeug für den Präsentationsentwurf die genauen Fragen und Ergebnisse. Legen Sie fest, dass „Unbekannt“ eine eigene Antwort ist und keine Wahrscheinlichkeit oder Bewertung ergänzt werden darf. Prüfen Sie zuerst die Logik, dann die Gestaltung. Die fertige Folie soll den nächsten Schritt leichter erkennbar machen – nicht nur einen geordneten Prozess vortäuschen.